10 Tipps: Agiles Arbeiten für Führungskräfte

Mit ihnen kannst Du verhindern, dass Du selbst der Faktor bist, der seine Mitarbeitenden an produktiver Arbeit hindert.

Als Führungskraft bist Du die  treibende Kraft der Veränderung. Du musst wissen, wie Du neue Methoden implementieren kannst und diese effizient nutzt. Was seit Jahren immer wichtiger wird, sind agile Arbeitsmethoden.

Egal, ob Dein Unternehmen komplett auf agile Arbeitsweisen setzt oder eine hybride Form bevorzugt. Also eine Mischung aus Agilität und klassischem Projektmanagement. Oft sind die Führungskräfte selbst der Pfropfen im Flaschenhals.

Mit meinen 10 Tipps: Agiles Arbeiten für Führungskräfte können Du und Dein Team effizienter arbeiten und mehr Output liefern.

Leadershiplernen.de - Philipp Rabe - Coaching fuer Fuehrungskraefte.-Agile Arbeit verbessern - 10 Tipps.

Sofort umsetzbar!!!!!

Deine wichtigen Vorteile:

  • mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Deinem Team
  • effiziente Nutzung von Ressourcen bei Personal, Zeit, Material
  • stetige Verbesserung von Prozessen und Zusammenarbeit

Mit diesen 10 Tipps gelingt agile Führung


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 1

Arbeite Schritt für Schritt und setze auf einfache Lösungen

Agilität ist ein riesiger Bereich. Lean, Kanban oder Scrum sind nur drei der vielen Methoden. Doch von einem auf den anderen Tag agil zu werden funktioniert nicht. Außerdem musst Du Dein Unternehmen oder Deine Abteilung nicht zu 100% auf Agilität umstellen.

Agile Arbeitsweisen sind nicht in jedem Unternehmen und nicht in jeder Branche das Allheilmittel für die Arbeitswelt Zukunft. Du kannst Dir aus dem riesigen Baukasten die Methoden wählen, die am besten zu Dir und Deinem Team und Deiner Branche passen.

“Entscheidend ist nicht, ein Modell zu nehmen, dass gerade modern ist. Vielmehr ist es wichtig, ob es für das Unternehmen auch funktioniert.”

Frei nach Fredmund Malik - 'Führen, Leisten, Leben'

Das Wichtigste dabei ist, es langsam anzugehen und nichts zu überstürzen. So ist es auch beim Führerschein. Erst beginnst Du mit der Theorie, später kommt die Praxis dazu. Und auch da braucht es die nötige Zeit, bis Du sicher im Straßenverkehr unterwegs bist.

Arbeite in der agilen Welt mit kurzen Planungszyklen und halte Deine Abläufe möglichst schlicht. Das liefert Dir in kurzer Zeit Resultate, die Du auswerten und mit denen Du arbeiten kannst. Bei positiven Ergebnissen kannst Du direkt darauf aufbauen - bei negativen geht nur wenig Zeit verloren, bis Du umschwenken kannst.

Zerlege Dein Projekt in mehrere Einzelteile. An denen kannst Du Schritt für Schritt arbeiten - auch parallel. Außerdem wirft das nicht ein ganzes Projekt über den Haufen, wenn sich Kundenwünsche zu einem Teilschritt verändern.

Das gibt auch die Möglichkeit, vor einem Projekt auf eine sehr lange Planungsphase zu verzichten und spart wertvolle Zeit. Bis ins kleinste Detail geplante Konzepte funktionieren sowieso meistens nur auf dem Papier.

Durch kurze Planungs- und Umsetzungszeiträume kannst Du Dich außerdem schneller anpassen, wenn sich Umfeldbedingungen verändern, technische Neuerungen auftreten oder sich gar Gesetze verändern.

Mach Dich und Dein Team frei von der Vorstellung, schon vor Projektbeginn ein fertiges Produkt im Kopf zu haben. Denn:

Was sich nie ändern wird, ist die Gewissheit, dass sich immer etwas ändern wird.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 2

Einfach etwas Neues probieren - Es ist okay, einen Fehler zu machen

Beim Ausprobieren neuer Prozesse und Konzepte ist es völlig normal, dass auch etwas schief geht. Wichtig ist, diese "Fehler" als wertvollen Bestandteil der Veränderung und wichtigen Schritt der Weiterentwicklung anzuerkennen. 

Es ist die Stellschraube, an der noch gedreht werden muss. In manchen Organisationen sind das kleine Anpassungen, bei anderen müssen Konzepte von Grund auf neu strukturiert werden.

Durch kurze Zeiträume bei Planung und Umsetzung kannst Du ressourcenschonend Alternativen testen. Die Gegebenheiten zu analysieren und mit den geforderten Kriterien abzugleichen, bringt Dir Klarheit - sowohl bei beruflichen als auch bei persönlichen Belangen.

Versuche doch mal, Gefahren und Risiken zu Beginn an nicht zu viel Beachtung zu schenken. Sei offen gegenüber Neuem!

#learning-by-doing 😉


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 3

Mach Deine/Eure Arbeitsschritte für jeden sichtbar

Teile den Sachstand Deiner Projekte in regelmäßigen Abständen Deinem gesamten Team mit. Du musst nicht alle Einzelheiten der jeweiligen Aufgaben und Aufträge mit allen Teammitgliedern teilen. Aber gib ihnen die Möglichkeit, sich über Teilziele, Hindernisse, den Zeitplan und Ressourcen zu informieren.

Visualisiere den Ablauf des Projekts zum Beispiel an einem Kanban-Board oder digital bei Trello. Das macht das Projekt transparent und zeigt allen, dass ihr auf einem guten Weg seid.

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Oft kommen wertvolle Ideen von anderen Teammitgliedern. Dadurch können außerdem eventuelle Fehler auffallen. Denn wer mit frischem Blick auf ein Projekt schaut, ist noch nicht "betriebsblind".

Wenn Kollegen Verständnis für die Aufgaben des jeweils anderen haben, optimiert das den Verlauf Deiner Projekte. Außerdem stärkt es den Zusammenhalt des Teams.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 4

Kommuniziere viel und ohne Vorbehalte

Sprich mit Deinem Team ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt über die anstehenden Veränderungen. Nutze dazu tägliche, kurze Meetings, bei denen sich alle Teammitglieder offen und ehrlich zum Projekt austauschen können.

Halte das Meeting kurz und knapp. Besprecht eventuelle Hürden, den Sachstand der Teilprojekte und nur die wichtigsten Themen für den jeweiligen Tag. Die Besprechungen bieten die Möglichkeit, alle auf das gleiche Level zu bringen und denselben Informationsstand zu bekommen.

So kannst Du mit Deinem Team kurzfristig und flexibel auf ungeplante Einflüsse - zum Beispiel Planänderungen des Auftraggebers - reagieren.

Kommunikation ist das A und O der Teamarbeit.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 5

Wechsle die Perspektive - Versetze Dich in die Lage Deiner Kunden

Tausche Dich jedoch nicht nur ständig mit allen Deinen Teammitgliedern aus. Tue es ebenso mit deinen Auftraggebern beziehungsweise mit Deinen Kunden. Dadurch behältst Du deren Bedürfnisse jederzeit im Blick. So laufen Du und Dein Team nicht Gefahr, längere Zeit in eine falsche Richtung zu steuern.

Hol Dir Feedbacks zum jeweiligen Sachstand des Projekts, gleiche es bei längeren Projekten mit den Bedürfnissen und Gegebenheiten des Marktes und des Umfelds ab. Schaue Dir das zu erstellende Produkt, Software oder Dienstleistung auch jederzeit aus der Sicht des zukünftigen Wunschkunden an.

Versetze Dich in seine Lage und frage Dich immer wieder, was Du von dem Produkt erwarten und Dir wünschen würdest. Kleine Umfragen im Kreis Deiner Mitarbeiter, mit Freunden oder eine Marktanalyse helfen Dir und Deinem Team dabei.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 6

Fehler sind Möglichkeiten zum Wachstum

Wenn Du beziehungsweise Dein Team aus Fehlern lernen soll, dann ist respektvolles und ehrliches Feedback unerlässlich. Vor allem muss es konstruktiv sein. Niemandem nützt es, mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen. Fragt Euch, wie der Fehler passiert ist und wie ihr ihn in Zukunft vermeiden könnt.

Dazu brauchst Du in Deinem Team eine offene Feedbackkultur. Nur so könnt ihr daraus lernen, wenn etwas falsch gemacht wurde. Außerdem vermeidest Du das Vertuschen von Fehlern. Sieh solche Momente als Möglichkeiten, im Team zu wachsen.

Es gibt sogar Start-Up’s, die bei einem Fehler eine Flasche Sekt öffnen und ihn feiern.

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Lass Dir etwas kreatives einfallen, um eine wertschätzende und wachstumsfördernde Fehlerkultur zu etablieren. 

Um die Fehleranfälligkeit zu vermeiden hilft es außerdem, immer mehr als nur eine Person an einer Aufgabe arbeiten zu lassen. Zusätzliche Augenpaare und die Meinungen Anderer helfen enorm. Neue Denkansätze regen auch die eigene Kreativität an.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 7

Motivation für Dein Team und Dich selbst

Rege Dein Team an, jede scheinbar abwegige Idee und jeden belanglosen Punkt anzusprechen. Manchmal stecken super Einfälle dahinter. Dadurch stärkst Du eigenständiges Denken Deines Teams und zeigst Ihnen, dass jede Meinung zählt und wichtig ist. Jedes Team besteht aus eigenständig denkenden, fühlenden und handelnden Personen.

Jeder von ihnen ist gleich viel Wert - egal wie wichtig oder scheinbar unwichtig seine Aufgabe ist. Gib jedem im Team die Chance sich zu verbessern, das eigene Know-How zu vertiefen und zu erweitern. Dazu zählst auch Du selbst.

Bei Events außerhalb von Projekt- und Büroräumen förderst Du den Zusammenhalt des Teams. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Jedoch solltest Du darauf achten, dass es keine Aktivitäten sind, bei denen bestimmte Personen benachteiligt sind. 

Eine Kanu-Tour wäre wohl nicht die beste Idee, wenn Du einen Nichtschwimmer im Team hast. 😉 Höre Dich also vorher etwas um, wie Deine Idee oder die Ideen von Team-Mitgliedern ankommen.

Finanzielle Anreize sind kaum über einen langen Zeitraum motivierend. Übertrage also wichtige Aufgaben und Verantwortungsbereiche an bestimmte Personen Deines Teams. Das gibt ihnen Möglichkeit zu wachsen und motiviert länger als ein Bonus. Außerdem entlastet es Dich.

Das Wichtigste ist jedoch immer: Sorge dafür, dass jeder Deiner Leute den Sinn seiner Arbeit kennt.

Allein das unbewusste oder diffuse Gefühl, dass die eigene Aufgabe keinen Sinn ergibt, zerstört auf Dauer jegliche Motivation.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 8

Selbstorganisation und flache Hierarchien

Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht dann, wenn alle ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Im Vordergrund steht also das “Wir”. Das funktioniert nur, wenn jeder im Team, beziehungsweise jeder im Unternehmen auf Augenhöhe miteinander umgeht. Unabhängig von der Funktion des jeweilig anderen.

Flache Hierarchien sind ein hilfreiches Mittel, den Umgang auf Augenhöhe zu unterstützen. Trotz flacher Hierarchien behältst Du als Geschäftsführer Deine Position. Was sich hingegen ändert ist die Haltung, mit der Du Deine Aufgabe erfüllst. Du dienst dem Unternehmen und dem gemeinsamen Ziel. Nicht dir selbst. 

Jeder im Team hat bestimmte Aufgaben. Oft organisieren sich Teams auch komplett selbst. Der klassische Teamleiter fällt dann weg. Das macht Deine Arbeit als Führungskraft jedoch nicht obsolet. Du kannst das Team arbeiten lassen.

Deine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, die besten Rahmenbedingungen für produktive Leistung zu schaffen. Du entwickelst die Stärken Deines Teams und kannst mit coachenden Ansätzen für ein angenehmes Klima sorgen.

Überlasse Deinen Leuten Eigenverantwortung und stärke ihre Kompetenzen. Das wird sie motivieren und steigert auch den Teamgeist. Vertraue auf die Kompetenzen Deiner Mitarbeiter. Sie werden Dich überraschen.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 9

Anpassen an das Umfeld und Veränderung funktionierender Abläufe

Du musst bereit sein, funktionierende Abläufe und Prozesse zu hinterfragen. Nur weil etwas funktioniert, heißt das nicht, dass es nicht besser ginge. Veränderungen haben fast immer eine Phase, in der die Produktivität nach unten geht. Doch der höhere Output im Anschluss wiegt die Phase der niedrigen Produktivität allemal auf.

→ Über 4 wichtige Phasen im Change Management kannst Du hier nachlesen

Oft lassen sich Veränderungen im Umfeld am Horizont erkennen. Stell Dein Team und Dich rechtzeitig darauf ein. Stetiges Anpassen sichert Deiner Organisation zukünftig die Konkurrenzfähigkeit. 

Halte Dich also stets auf dem Laufenden darüber, was sich in Deiner Branche tut. Finde heraus, was bestehende Prozesse jetzt oder zukünftig bremst. Passe Dich an und Du kannst Störfaktoren verhindern bevor sie auftreten.


Tipp für agiles Arbeiten Nr. 10

Evolution statt Revolution - Agilität funktioniert nicht von jetzt auf gleich

Es klappt nur in einem Bruchteil aller Versuche, agile Methoden von heute auf morgen in bestehende Systeme zu integrieren. Ganz zu schweigen von dem dazugehörigen Mindset. Fange also den ersten kleinen Veränderungen an. So gewöhnst Du Deine Leute an die neue Methode und Denkweise. Nach und nach kannst Du dann immer mehr integrieren. 

Dann kannst Du auch mit Scrum, Kanban, flachen Hierarchien, ständigen Veränderungen und unvorhersehbaren Ereignissen erfolgreich umgehen.

Wichtig ist, herauszufinden, welche Intensität der agilen Methoden für Dein Unternehmen, beziehungsweise für Dein Team passen. Nicht jede Branche und nicht jedes Team funktionieren komplett agil. Oft sind es hybride Varianten, die bei einer Mischung aus klassischen und agilen Methoden erfolgreich sind.


Agiles Arbeiten in Unternehmen

Neue Methoden sind oft mit großen Veränderungen verbunden. Nicht nur in den Prozessen und Abläufen. Auch die Haltung der Mitarbeitenden und die Herangehensweise an neue Aufgaben sind stark davon betroffen. Agiles Arbeiten in Unternehmen einzuführen, ist besonders auf der psychologischen Ebene eine sehr große Herausforderung.

Als Coach begleite ich Experten, Fach- und Führungskräfte dabei, mit Herausforderungen der Kommunikation angemessen umzugehen. Dadurch lässt sich der Wandel in die agile Welt erfolgreich gestalten.

Leadershiplernen.de - Philipp Rabe - Coaching fuer Fuehrungskraefte. ...und alle, die es werden wollen.

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